Ich lausche

Ich lausche
dem langsamen Atem der Nacht,
der Trommel ihres mächtigen Herzens.
Wie ein Kind im Mutterleib
schwimme ich,
treibe
im wellenlosen Geschaukel der Liebe,
im zeitlosen Wechsel
von Dämmer und Dunkel
unter den Augen der Sterne.

Noch gibt es keinen Tag
und keine Grelle,
noch braucht die Seele
keine Träume, um zu leben.
Noch bin ich heil und ganz
indem ich werde.
Ich schwebe
zwischen Ewigkeit und Erde,
noch ohne Zeit und Ferne,
genau in jener Mitte
zwischen Sein und Nichts.

Ich lausche
der Trommel der Nacht,
dem Atem des Herzens.
Zwischen Erinnern und Vergessen,
tausendmal
vertraut mit dem Tod,
erwarte ich
den unabänderlichen
gnadenlosen Sturz
ins Licht.

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