Saubere Tempel

Der Abt des Klosters machte sich auf zu einem Besuch in So-Seis Klause. So-Sei bewirtete ihn, und sie schwiegen gemeinsam. Nach einer Weile sagte der Abt mit einem Blick ins Tal:

„Seit vielen Jahren bin ich verantwortlich für fast hundert Tempel. Ihnen gelten meine Bemühungen Tag und Nacht, und trotz guter Pflege gelingt es mir nicht, sie in Ordnung zu bringen. Ich meine nicht das Äußere – das erscheint meist ansehnlich und gut instand. Aber innen! Sie sind nicht so sauber, wie sie sein sollten. Das Feuer wird in den meisten nicht gut gehütet – es kann zu Bränden kommen. Die Altäre werden vernachlässigt. Und das Licht, das in und aus ihnen leuchten sollte, das scheint nur in wenigen. Was kann ich tun, Meister So-Sei?“

So-Sei nahm die Tasse des Abtes und schüttete den kalt gewordenen Tee in den Ausguss. Dann füllte er sie neu mit dem duftenden Getränk. Andächtig nahm der Abt das heiße Gefäß in beide Hände und pustete lächelnd den Dampf über den Rand in So-Seis Richtung.

„Man sollte niemals kalten Tee trinken“, sagte er.

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