Auf der Suche

Der Mönch Ho irrte mit hängendem Kopf durch den Klostergarten. So traf ihn Wei-Wei.

„Was ist los?“, fragte er.

„Ich fühle mich so unruhig“, antwortete Ho.

„Naja, es wird Frühling – da sind wir alle ein wenig unruhig.“

„Das ist es nicht. Ich glaube, ich bin andauernd auf der Suche.“

„Und wonach suchst du?“

„Ich suche nach meinem Weg.“

„Wenn du ihn suchst, dann hast du ihn verloren“, sagte Wei-Wei, wobei er sich dunkel an ein ähnliches Gespräch erinnerte, bei dem er meinte, etwas gelernt zu haben. Beide waren sehr zufrieden mit ihrer Unterhaltung.

Am Abend trugen sie das Problem dem Abt vor.

„Aha“, sagte der Abt, „und was ist mit dem Unkraut im Küchengarten?“

So-Sei lachte, als sie ihm dieses Vorkommnis erzählten.

„Da seid ihr aber glimpflich davongekommen“, sagte er. „Mein alter Lehrer hätte ganz anders reagiert. Vielleicht hätte er euch mit verbundenen Augen auf die Suche geschickt. Ohne Augen sieht man besser.“

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